Nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 haben wir eine Filmreihe ins Leben gerufen, die sich intensiv mit der Geschichte, Gegenwart und gesellschaftlichen Vielfalt Israels auseinandersetzt. Ziel dieser Reihe ist es, mithilfe ausgewählter filmischer Werke ein tieferes Verständnis für die komplexe Realität des Staates zu ermöglichen – ein Land, das seit seiner Gründung mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert ist und dessen Existenzrecht bis heute immer wieder in Frage gestellt wird.

Im Mittelpunkt stehen Filme, die Israels Entstehungsgeschichte nachzeichnen, seine demokratische und kulturelle Entwicklung beleuchten und die andauernden Bedrohungen und politischen Spannungen thematisieren, mit denen das Land seit Jahrzehnten konfrontiert ist. Der Hass auf Juden und die Ablehnung eines jüdischen Staates ist keineswegs erst ein Phänomen der Gegenwart: Bereits lange vor der Gründung im Jahr 1948 waren jüdische Gemeinden massiver Diskriminierung, Gewalt und Vertreibung ausgesetzt – insbesondere in vielen arabischen Nachbarländern.

Jeder Filmabend wird thematisch eingeleitet, im Anschluss gibt es Raum für Fragen, Diskussion und gemeinsame Reflexion.


Filme im Mai 2024

The Illegals

Dokudrama | documentary drama

Nachdem Meyer Levin als Kriegsberichterstatter für die amerikanische Armee das katastrophaleSchicksal der europäischen Juden während des Holocausts mit eigenen Augen gesehen hatte, konzentrierte sich seine Arbeit auf ihren Kampf um ein neues Leben. Dieser Film von 1947 handelt von der illegalen Einwanderung nach Palästina und begleitet die Überlebenden im tatsächlichen historischen Kontext ihres Lebens und ihrer Kämpfe.

After seeing the catastrophic fate of European Jews during the Holocaustwith his own eyes as a war correspondent for the American army, Meyer Levin focussed his work on theirstruggle for a new life. This 1947 film is about theillegal immigration to Palestineand follows the survivors in the actual historical context of their lives and struggles.  

“Wenn man mich fragen würde: Was möchtest du gerne mit dem Film erreichen, dann würde ich antworten: Selbstreflexion. Ich wünsche mir einen anderen Umgang mit der eigenen Geschichte und dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft sieht, dass die Schoah sie genauso betrifft wie Jüdinnen und Juden.“ Die Regisseurin wurde in München geboren und hat in Israel, Frankreich und den USA gelebt. In Deutschland fühlt sie sich vor allem als Jüdin, sagt sie. Ryba-Kahns Großeltern väterlicherseits sind Holocaust-Überlebende — die über ihre Erfahrungen in der Familie jedoch nie gesprochen haben. In ihrem zweiten Dokumentarfilm stellt sie sich ihrer Familiengeschichte und dem schwierigen Verhältnis zu Deutschland. Nach Jahren der Funkstille nimmt sie dazu sogar wieder Kontakt zu ihrem in Israel lebenden Vater auf. Nach der Filmvorführung wird es ein Gespräch mit der Regisseurin geben.

If someone were to ask me: What would you like to achieve with the film, I would answer: self-reflection. I wish for a different way of dealing with one’s own history and for the German majority society to see that the Shoah affects them just as much as it does Jewish people.” The director was born in Munich and has lived in Israel, France, and the USA. In Germany, she mainly feels like a Jew, she says. Ryba-Kahn’s paternal grandparents are Holocaust survivors — though they never spoke about their experiences within the family. In her second documentary, she confronts her family history and her difficult relationship with Germany. After years of estrangement, she even reestablishes contact with her father living in Israel. After the film screening, there will be a discussion with the director.

Displaced

Dokumentarfilm | documentary


Filme im Januar 2024

The Illegals

Dokudrama | documentary drama

Nachdem Meyer Levin als Kriegsberichterstatter für die amerikanische Armee das katastrophale Schicksal der europäischen Juden während des Holocausts mit eigenen Augen gesehen hatte, konzentrierte sich seine Arbeit auf ihren Kampf um ein neues Leben. Dieser Film von 1947 handelt von der illegalen Einwanderung nach Palästina und begleitet die Überlebenden im tatsächlichen historischen Kontext ihres Lebens und ihrer Kämpfe.

After seeing the catastrophic fate of European Jews during the Holocaust with his own eyes as a war correspondent for the American army, Meyer Levin focussed his work on their struggle for a new life. This 1947 film is about the illegal immigration to Palestine and follows the survivors in the actual historical context of their lives and struggles.  

Der radikale Ari Ben Gannan, Mitglied der Haganah, vertraut nicht auf die Diplomatie der Politik: Auf eigene Faust will er 1947 mit 600 Juden – auf Zypern internierte Displaced Persons – über die Meerenge nach Palästina übersetzen; doch der Hafen wird von den Briten blockiert. Auf der Grundlage des gleichnamigen Romans von Leon Uris.

The radical Ari Ben Gannan, Member of the Haganah, does not trust the diplomacy of politics: in 1947, he wants to cross the strait to Palestineon his own initiative with 600 Jews – displaced persons interned on Cyprus – but the harbour is blocked by the British. Based on the novel of the same name by Leon Uris.

Exodus

Spielfilm | film

Cast a giant shadow

Spielfilm | film

Nur einen Tag nach der Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 rückten Armee-Einheiten aus Ägypten, Syrien, Jordanien, dem Libanon und Irak in Israel ein. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Ted Berkman erzählt der Film mit der Geschichte des ersten israelischen Brigadegenerals, Col. David „Mickey“ Marcus, diese vom frühen arabischen Angriff geprägten Monate. 

Just one day after the declaration of independence on 14 May 1948, army units from Egypt, Syria, Jordan, Lebanon and Iraq invaded Israel. Based on the book of the same name by Ted Berkman, the film tells the story of the first Israeli brigadier general, Col. David „Mickey“ Marcus, during these months marked by the early  Arab attack    

Auf der Grundlage von Interviews, Gesprächen und Bildern, die er sowohl in Yad Vashem, der internationalen Holocaustgedenkstätte, als auch in der Wüste, am Mittelmeer und in Supermärkten führt und sammelt, stellt Claude Lanzmann 25 Jahre nach der Gründung des Staates Israel dessen Notwendigkeit heraus.

Based on interviews, conversations and images that he conducts and collects in Yad Vashem, the international Holocaust memorial, as well as in the desert, on the Mediterranean and in supermarkets, Claude Lanzmann emphasises the necessity of the state of Israel 25 years after its foundation.

Pourquoi Israël

Dokumentarfilm | documentary

Tsahal

Dokumentarfilm | documentary

Ohne die Israel Defense Forces (IDF, hebr.: צה״ל | Tsahal) würde Israel nicht mehr existieren: Der Film erzählt von 46 Jahren permanenter Alarmbereitschaft, beginnend mit der erkämpften Unabhängigkeit 1948, über den Sinaifeldzug 1956, den Sechstagekrieg 1967 und den Jom-Kippur-Krieg 1973 bis in die Neunzigerjahre.

Without the Israel Defence Forces (IDF, Hebrew: צה״ל | Tsahal), Israel would no longer exist: The film tells the story of 46 years of permanent alert, starting with the independence won in 1948, the Sinai campaign in 1956, the Six-Day War in 1967 and the Yom Kippur War in 1973 right through to the 1990s.