Inhalt
Über das Projekt
Um das Land Israel kursieren seit der Staatsgründung im Jahr 1948 Gerüchte und Mythen, die eine einseitige und vereinfachte Sichtweise auf dieses komplexe historische Ereignis befördern – und nicht selten auch in israelbezogenem Antisemitismus Ausdruck finden. Vorurteile gegen den jüdischen Staat, der spätestens seit dem antizionistischen Turn nach 1968 zum „Juden unter den Staaten“ (Léon Poliakov) wurde, sind in Deutschland weit verbreitet und manifestieren sich auch in Berlin regelmäßig auf der Straße.
Begriffe wie Kolonialherrschaft, Apartheidstaat und Besatzungsmacht kommen vermehrt zum Einsatz und prägen die mediale, politische und zunehmend auch die akademische Debatte. Tatsächlich sind die Ereignisse und Hintergründe der Staatsgründung Israels jedoch in der breiteren Öffentlichkeit zu großen Teilen unbekannt, insbesondere im Internet bricht sich oft ein gefährliches Halbwissen Bahn. Immer wieder und von unterschiedlicher Seite wird dabei das Existenzrecht des Staates Israel infrage gestellt. Mit dem Projekt „Mythos#Israel1948“ sollen gängige Mythen um die Entstehung und die Gegenwart Israels dekonstruiert und so Argumentationshilfen und -strategien an die Hand gegeben werden, um ein differenzierteres Bild vom jüdischen Staat zu vermitteln.
Das Projekt gibt es auch in Form einer roschüre zum Herunterladen:
Die zusammengestellten Texte – zwei eigens für das Projekt verfasste Originalbeiträge und drei Übersetzungen aus dem Englischen – problematisieren bzw. entkräften fünf verbreitete Vorstellungen rund um die Geschichte und Erinnerung der Staatsgründung. Der den Texten vorangestellte Zeitstrahl gibt einen Überblick über die wichtigsten historischen Daten und Figuren und ermuntert hoffentlich zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem Ereignis, das dieses Jahr sein 75. Jubiläum feiert.
Zeitstrahl zur Staatsgründung Israels
Getrieben durch andauernde Pogrome wandern in der ersten Alija (pl. „Alijot“, „Aufstieg [nach Zion]“ bezeichnet die jüdischen Einwanderungswellen nach Palästina) bis zu 30.000 Menschen aus Osteuropa in das zur osmanischen Provinz Damaskus gehörende Gebiet Palästina ein. Auf dem Bild zu sehen: Die Klagemauer, 1899.
Quelle: Siehe Fußnote 2
Während der zweiten Alija wandern weitere 35.000 – 40.000 Jüdinnen und Juden nach Erez Israel ein. Die jungen Pioniere, auch „Chaluzim“ genannt, gründen kollektive landwirtschaftliche Dörfer: Kibbuzim – die den ökonomischen Grundstock des sozialistischen Zionismus in Palästina formen. Auf dem Bild: Kindergarten in Rishon-Le’zion, Bildung in Israel, 1898.
Quelle siehe: Fußnote 3
Gründung Tel Avivs
Die 66 Familien, Mitglieder des Hausbauvereins “Achuzat Bayit“, bei der Auslosung der 60 Bauplätze auf dem 4,85 Hektar großen Grundstück, das der Verein erworben hat.
Quelle siehe: Fußnote 4
Das Osmanische Reich stellt sich im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn.
Das Osmanische Reich stellt sich im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn.
Quelle siehe: Fußnote 5
Am 2. November 1917 schreibt der britische Außenminister Arthur James Balfour (1848-1930) einen Brief an Walter Rothschild (1868-1937), der als Balfour-Deklaration in die Geschichte einging. Das Dokument stellt die Bildung einer nationalen „Heimstätte“ der Juden in Aussicht. Zur selben Zeit stellen Josef Trumpeldor (1880-1920) und Wladimir Zeev Jabotinsky (1880-1940) eine Jüdische Legion in der britischen Armee auf.
Verehrter Lord Rothschild,
ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit denjüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist: Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen dieErrichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, mit der Maßgabe, dass nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden.
Ihr ergebener Arthur Balfour
Quelle siehe: Fußnoten 6-9
Britische Truppen unter General Edmund Allenby (1861–1936) marschieren in Jerusalem ein.
Quelle siehe: Fußnote 10
Die letzten osmanischen Bastionen in Palästina werden durch die britische Armee eingenommen. Die vierhundertjährige Herrschaft der Türken im Nahen Osten ist damit beendet.
Während der dritten Alija wandern ca.37.000 osteuropäische Jüdinnen und Juden nach Israel ein. Viele von ihnen betätigten sich schon in ihren Herkunftsländern in sozialistisch-zionistischen Jugendorganisationen und waren Vertreter der sog. „Hachscharah“-Bewegung. Unter den Neueinwanderern befinden sich auch die ersten Mitglieder des „Haschomer Hazair“ („Der junge Wächter“), einer in Galizien entstandenen Jugendbewegung, die frei von familiären oder anderen sozialen Bindungen eine revolutionäre Existenz führen wollten.
Großbritannien schickt erstmals einen „Hochkommissar“ nach Palästina. Der jüdische liberale Politiker und Diplomat Herbert Louis Samuel bemüht sich um einen Interessenausgleich zwischen Juden und Arabern.
Eine Gewaltwelle arabischer Bewohner Jerusalems auf die jüdische Bevölkerung breitet sich aus. Unter den Augen britischer Soldaten, die dem Pogrom nicht Einhalt bieten, werden sieben Juden ermordet und zweihundert zum Teil schwer verletzt.
Louis Samuel ernennt den radikal-islamischen Religionsführer Mohammed Amin Al-Husseini (1893-1974) zum Großmufti von Jerusalem.Außerdem wird angesichts der arabischen Unruhen die „Hagana“ ins Leben gerufen, eine militärische Untergrundorganisation, die jüdische Siedlungen schützen soll und auf diese Weise das Gewaltmonopol der Briten in Frage stellte.
Quelle siehe: Fußnote 11
In Jaffa eskalieren blutige Unruhen zwischen Arabern und Juden. 47 Jüdinnen und Juden werden getötet. Weitere Zusammenstöße finden in Haifa, Hadera Petach Tikva, Rechovot und Jerusalem statt.
Quelle siehe: Fußnote 12
Der Rat des Völkerbundes, eine zwischenstaatliche Organisation die als Vorläufer der Vereinten Nationen gilt, betraut die Briten offiziell mit dem Mandat für Palästina – es sollte so lange gelten, bis das Land seine vage in Aussicht gestellte Unabhängigkeit erlangen würde.
Die Briten begrenzen im Rahmen einer Grundsatzerklärung die Einwanderung von Jüdinnen und Juden und legen fest, die Alija fortan der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes anzupassen und ein letztlich binationales „arabisch-jüdisches Palästina“ errichten zu wollen.
Der britische Kolonialminister Winston Churchill (1874-1965) besucht Palästina und schlägt die Teilung des Landes vor. Alle Gebiete östlich des Jordans – vier Fünftel Palästinas – werden ausgegliedert und in ein halb-autonomes Staatsgebiet unter dem jordanischen Herrscher Emir Abdallahs I. (1882-1951) umgewandelt. Ein Jahr später unterstellen die Briten die Golanhöhen den französischen Behörden in Syrien.
Repräsentanten des „Jischuws“, der jüdischen Gemeinschaft in Palästina, eröffnen in Jerusalem die Hebräische Universität und in Haifa die Technische Universität Technion.
Quelle siehe: Fußnote 13
Der Großmufti von Jerusalem initiiert an der Klagemauer gewaltsame Übergriffe. Betende Jüdinnen und Juden werden belästigt und es kommt zu Steinwürfen. Die Gewalt eskaliert daraufhin weiter.
Quelle siehe: Fußnote 14
Weitere Ausschreitungen zwischen Arabern und Juden in Jerusalem. Parallel begehen arabische Muslime Massaker an den in Hebron, Safed und weiteren Orten lebenden Juden.
Während der fünften Alija strömen ca. 197.000 Jüdinnen und Juden nach Palästina: Die meisten von ihnen sind weder Zionisten noch Sozialisten, sondern stammen aus der Mittelschicht.
Beginn arabischer Aufstände gegen Briten und Juden.
In Jerusalem findet der 1. Islamische Weltkongress unter der Federführung des Großmuftis statt. Die Rolle Jerusalems wird auch außerhalb Palästinas in das Bewusstsein der muslimischen Welt getragen. Gleichzeitig formieren sich paramilitärische arabische Jugendverbände zu terroristischen Untergrundmilizen.
Um die Auswanderung deutscher Jüdinnen und Juden nach Palästina zu beschleunigen wird das sogenannte Ha’avara-Abkommen abgeschlossen, in dessen Rahmen bis 1939 mehr als 50.000 deutsche Juden, davon allein 38.000 im Jahr 1933, nach Palästina und vor der Vernichtung der Deutschen fliehen.
Quelle siehe: Fußnote 15
Im Jahr 1936 erreicht der Arabische Aufstand seinen Höhepunkt, insbesondere im Herbst 1937 und im Jahr 1939 folgen weitere schwere Ausschreitungen. Ein vom Arabischen Hohen Komitee initiierter Generalstreik, der von einer bis dato beispiellosen Gewalt begleitet wird, erstreckt sich zeitweise über ganz Palästina. Der Aufstand führt zu Massakern an Jüdinnen und Juden, Felder werden zerstört, Plantagen, Läden und Fabriken geplündert. Im Gegensatz zu der eher defensiven Hagana, der halbamtlichen Untergrundarmee des Jischuws, setzen revisionistische jüdische Milizen vor allem ab 1938 auf gegenterroristische Mittel. Letztlich sind es jedoch einerseits die erbitterten Operationen britischer Militärverbände, andererseits aber auch die internen Zwistigkeiten unter den Aufständischen, die den Unruhen ein Ende bereiten.
Die Londoner Regierung verhängt für jüdische Flüchtlinge drastische Einreisebeschränkungen, da die jüdische Einwanderung auf erbitterten arabischen Widerstand stößt.
Der Großmufti von Jerusalem entwickelt mit dem NS-Regime die Grundlage einer Kooperationsvereinbarung. Als Gegenleistung für Waffen und andere Hilfslieferungen an seine nationalistische Bewegung bietet er die Verbreitung von Nazipropaganda im islamischen Raum an.
Eine britische Regierungskomission entwickelt den Peel-Plan, bei dem etwa 20% des -Mandatsgebiets den jüdischen und 80% den arabischen Einwohnern zugesprochen wird. Der Teilungsplan der Peel-Kommission wird von der jüdischen Seite trotz Vorbehalten akzeptiert. Die arabische Seite lehnt ihn dagegen ab, sodass die Teilungspläne 1938 schließlich ganz fallengelassen werden.
Quelle siehe: Fußnote 16
Das britische Weißbuch, demnach Palästina binnen 10 Jahren ein unabhängiger Staat werden soll, wird veröffentlicht. Für die Zeit von 1939–1945 sieht das Weißbuch vor, dass in Palästina nur noch 75.000 Jüdinnen und Juden aufgenommen werden. Danach soll ein Einwanderungsstopp folgen. Außerdem sollen arabische Grundstücke nicht mehr an Juden verkauft werden dürfen. Als Reaktion darauf starten britische Jüdinnen und Juden eine Petition mit der Forderung, die Einwanderungsbeschränkungen für verfolgte jüdische Flüchtlinge aus dem von den Nazis beherrschten Mitteleuropa nach Palästina zu lockern.
Quelle siehe: Fußnote 17
Adolf Hitler kündigt bei einer persönlichen Begegnung mit al-Husseini an, „die Judenfrage auch im britischen Mandatsgebiet lösen“ zu wollen.
Al-Husseini residiert in Berlin und unterstützt die nationalsozialistische Diktatur. Er beteiligt sich an Verbrechen des Holocausts und an der Ausstrahlung von Radiopropaganda über den arabischsprachigen Sender „Zeesen“ im Nahen Osten. Die arabisch-palästinensische Führung verbündet sich offen mit dem NS-Regime – eine Entscheidung, die sich auch gegen die britische Kolonialpolitik richtet.
Eliteeinheiten der Hagana (Palmach) beteiligen sich im Rahmen einer Jüdischen Brigade direkt am Krieg gegen Deutschland.
Quelle siehe: Fußnote 19
Mehrere zionistische Gruppen (Ezel-Gruppe, Hagana, Lechi) vereinigen sich zur Jüdischen Widerstandsbewegung und beginnen den bewaffneten Kampf gegen die Briten.
Nach dem Ende des Zweites Weltkrieges setzen die Briten aus kolonial- und ölpolitischen Motiven ihre proarabische Politik fort, behalten die Einwanderungseinschränkungen bei und lassen die sogenannten Displaced Persons, die in Europa gestrandeten Überlebenden der Shoah, nicht ins Land. Im Bild: Drei junge jüdische DPs schauen aus dem Fenster ihres Zuges und halten eine selbst gebastelte zionistische Fahne in der Hand, als sie von Buchenwald aus die erste Etappe ihrer Reise nach Palästina antreten.
Quelle siehe: Fußnote 20
Ein Terrorkommando der Ezel-Gruppe sprengt das britische Militärhauptquartier im Südflügel des Jerusalemer Luxushotels „King David“ in die Luft; 91 Menschen sterben in den Trümmern des Hotels. Die Hagana beendet daraufhin ihr Bündnis mit Ezel.
Die UNO-Vollversammlung beschließt auf Empfehlung der zuvor eingesetzten Untersuchungskommission über Palästina (UNSCOP) mit Zweidrittel-Mehrheit, das Land zwischen Jordan und Mittelmeer in einen jüdischen und in einen arabischen Staat aufzuteilen. Die zwei Staaten sollen jeweils aus drei größeren Enklaven bestehen, die es über exterritoriale Straßen und als Wirtschaftsunion miteinander zu verbinden gilt. Der Plan sieht außerdem vor, die Städte Jerusalem und Bethlehem wegen ihrer religiösen Bedeutung unter internationale Verwaltung zu stellen.
Quelle siehe: Fußnote 21
Während die Parteien des Jischuws die historisch einmalige Chance auf Bildung eines jüdischen Nationalstaates ergreifen wollen, lehnt die arabische Welt den Plan zur Teilung Palästinas in zwei Staaten vehementer denn je ab.
Ein „Krieg der Straße“ bricht aus. Die Araber beginnen einen bewaffneten Aufstand gegen die jüdische Bevölkerung in Palästina, angefeuert durch den Großmufti von Jerusalem. Parallel dazu zieht sich die britische Armee mehr und mehr zurück.
Quelle siehe: Fußnote 22
Während die Parteien des Jischuws die historisch einmalige Chance auf Bildung eines jüdischen Nationalstaates ergreifen wollen, lehnt die arabische Welt den Plan zur Teilung Palästinas in zwei Staaten vehementer denn je ab.
Eine Abteilung der Ezel-Miliz verübt ein Massaker im arabischen Dorf Deir Yassin. Die Lechi-Gruppe verbreitet mit terroristischen Mitteln Angst und Schrecken und verstärkt die Massenflucht der Araber aus den jüdisch kontrollierten Gebieten.
Der Staat Israel wird von David Ben-Gurion in Tel Aviv ausgerufen.
Quelle siehe: Fußnote 23
Fünf Armeen der Arabischen Liga überschreiten ihre Landesgrenzen, um das „zionistische Gebilde“ auszulöschen. Die Ägypter erobern den Gazastreifen und die Jordanier das Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalems samt den religiös bedeutsamen heiligen Stätten.
Die Israelis können die arabischen Armeen zurückdrängen und ihr von der UNO zugesprochenes Territorium erweitern.
Das Waffenstillstandsabkommen von Rhodos zwischen Israel, Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien wird unterzeichnet. Es wird eine Trennlinie, auch bekannt als grüne Linie, festgelegt.
Quelle siehe: Fußnote 24
Ungefähr 750.000 Araberinnen und Araber fliehen aus ihrer Heimat oder werden vertrieben. Der Historiker Benny Morris schätzt, dass die meisten Menschen ihre Heimatorte aus Angst vor dem Kriegsgeschehen verließen. 100.000 Menschen wurden direkt durch das israelische Militär vertrieben. Eine ähnlich hohe Zahl folgte den Anweisungen arabischer Kommandeure oder Dorfvorsteher, die die Menschen aufforderten, ihre Heimatorte für eine Woche zu räumen, um danach nach einem Sieg zurückkehren zu können.
Nach der Staatsgründung Israels verschlechtert sich die Lage der Juden in den arabischen Ländern drastisch, es folgen ethnische Säuberungen und Vertreibungen. Infolgedessen haben fast 600.000 Juden aus verschiedenen arabischen Staaten ihre Heimatländer verlassen und sind zum Großteil nach Israel eingewandert.
Quelle siehe: Fußnote 25
5 Mythen über die Staatsgründung Israels
Über die Autoren
Alexander Carstiuc ist Historiker, Sozialpädagoge, Übersetzer sowie Mitbetreiber der Programmschänke „Bajszel“ in Berlin und seit Jahren in der Bildungsarbeit tätig. Er ist Mitherausgeber und Mitübersetzer der Autobiographie des jüdischen Historikers Léon Poliakov „St. Petersburg – Berlin – Paris“ sowie der Schrift „Von Moskau nach Beirut. Essay über die Desinformation“. Derzeit übersetzt und ediert er die Autobiographie des jüdisch-amerikanischen Schriftstellers Meyer Levin „Auf der Suche“.
Michael Spaney ist seit 2008 Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer des Mideast Freedom Forum Berlin. Er leitet außerdem den Bereich politische Beratung und berät Politiker:innen und Regierungsangestellte. Er konzipiert Policy Papers, internationale Konferenzen, öffentliche Vortragsreihen, Seminare und hält Vorträge zu den deutsch-israelischen Beziehungen, aktueller israelischer Politik, der Geschichte Israels und des Nahostkonflikts, zu israelbezogenem Antisemitismus sowie zum Iran und dessen Atomprogramm. Seine letzte Veröffentlichung ist eine Analyse über die Darstellung Israels in Schulbüchern nach dem Rahmenlehrplan Berlin-Brandenburg.
Einat Wilf ist eine israelische Politologin, Publizistin und ehemalige Politikerin. Sie war u.a. für Schimon Peres als Politikberaterin tätig, von 2010–2013 Knesset-Abgeordnete und gilt als eine der führenden Intellektuellen Israels. In ihren Veröffentlichungen beschäftigt sie sich mit Kernfragen der israelischen Gesellschaft und Außenpolitik sowie der Geschichte und Gegenwart des Zionismus. Auf Deutsch erschien 2022 „Der Kampf um Rückkehr. Wie die westliche Nachsicht für den palästinensischen Traum den Frieden behindert hat“ (mit Adi Schwartz). Der Beitrag „No, Maestro, the Holocaust Did Not Create Israel” erschien im Original am 13. Juni 2017 auf Haaretz.com.
Jeffrey Herf ist Historiker und emeritierter Professor für europäische Geschichte an der Universität Maryland, spezialisiert insbesondere auf die Geistes und Kulturgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Zu seinen auch auf Deutsch vorliegenden Publikationen gehören die Monographien „Zweierlei Erinnerung. Die NS-Vergangenheit im geteilten Deutschland“ (1998) sowie „Unerklärte Kriege gegen Israel: Die DDR und die westdeutsche radikale Linke, 1967–1989″ (2019). Für sein letztes Buch „Israel’s Moment: International Support for and Opposition to Establishing the Jewish State, 1945–1949″ gewann er im November 2022 den Bernard Lewis Prize der Association for the Study of the Middle East and Africa. Der Beitrag „Israel is Antiracist, Anti-Colonialist, Anti-Fascist (and Was from the Start)” erschien im Original im SAPIRjournal (sapirjournal.org), Vol. 9, Frühjahr 2023.
Shany Mor ist Forschungsdirektor bei United Nations Watch und Fellow am Institute for Liberty and Responsibility an der Reichman-Universität in Herzliya, wo er auch als Dozent für politische Theorie tätig ist. Er hat an der Universität Oxford promoviert und war Postdoktorand am Political Theory Project der Brown University. Er war außerdem Direktor für Außenpolitik im Nationalen Sicherheitsrat Israels und ist Spezialist für die Beziehungen zwischen Israel und Europa sowie zwischen Israel und den USA. Neben seiner Arbeit als Forscher und Politikberater verfasst er regelmäßig Artikel und Analysen u.a. für Newsweek, Le Monde, Haaretz, Fathom, Daily Beast, Times of Israel, Jerusalem Post. Der Beitrag „The UN is Distorting the Meaning of the Nakba” erschien im Original am 15. Mai 2023 auf UnHerd (unherd.com).
Quellen
Zeitstrahl
- Kloke, Martin: Die Entwicklung des Zionismus bis zur Staatsgründung Israels, in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz: 2010-12-03. URL: http://www.ieg-ego.eu/klokem-2010-de (abgerufen am 11.08.2023).
- Die Klagemauer, 1899. Quelle: Heritage Conservation Jerusalem via the PikiWiki – Israel free image collection project.
- Kindergarten in Rishon-Le’zion, Bildung in Israel, 1898. Quelle: Museum of Rishon Le- zion via the PikiWiki – Israel free image collection project.
- Die 66 Familien, Mitglieder des Hausbauvereins „Achuzat Bayit“, bei der Auslosung der 60 Bauplätze auf dem 12-Acre großen Grundstück, das der Verein erworben hat. Foto von Avraham Soskin, April 1909. Quelle: Wikimedia Commons.
- Sykes-Picot Agreement 1916. Quelle: http://www.passia.org (Mahmoud Abu Rumieleh, Webmaster).
- Balfour-Declaration, 02.11.1917. Quelle: British Library. Originally published 9 November 1917, Wikimedia Commons.
- Tophoven, Rolf: Der israelisch -arabische Konflikt, in: kontrovers, hg. von der Bundeszentrale für politische Bildung, 5. aktualisierte Auflage, Bonn 1999, S. 24.
- Altes Foto von Joseph Trumpeldor (gest. 1920). Quelle: Wikimedia Commons.
- Zeev Jabotinsky in Uniform. Quelle: Wikimedia Commons. Bild 8: Die britische Armee marschiert in Jerusalem ein, 09.12.1917. Quelle: The Israel Internet Association via the PikiWiki – Israel free image collection project.
- Die britische Armee marschiert in Jerusalem ein, 09.12.1917. Quelle: The Israel Internet Association via the PikiWiki – Israel free image collection project
- Seine Eminenz, der Großmufti von Jerusalem. Haj Amin Effendi el-Husseini. Quelle: American Colony (Jerusalem), Photo Dept., Wikimedia Commons.
- Logo der Hagana. Quelle: Wikimedia Commons.
- Haifa, Gebäude der Technion Universität, zwischen 1914-1924. Quelle: Ella Stein-Bruk via the PikiWiki – Israel free image collection project.
- Geschändete Synagoge, Hebron 1929. Quelle: American Colony (Jerusalem), Photo Dept., Wikimedia Commons.
- Am Bord des Schiffes. Segeln ins Land Israel 1932. Quelle: Wikimedia Commons.
- Vorläufige Grenzen der Teilung Palästinas nach der Palestine Royal Commission (Peel-Bericht). Quelle: Wikimedia Commons.
- Britische Juden versammeln sich vor einem der Büros im Londoner East End, wo Unterschriften für eine Petition gesammelt werden, die den Premierminister auffordert, die Einwanderungsbeschränkungen für verfolgte jüdische Flüchtlinge aus dem von den Nazis beherrschten Mitteleuropa nach Palästina zu lockern, 23.11.1938. Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, 306-NT-628-D-2.
- Amin al-Husseini und Adolf Hitler. Quelle: Bundesarchiv, 146-1987-004-09A, Heinrich Hoffmann, CC-BY-SA 3.0.
- Die Jüdische Brigade in Ägypten, 19.09.1944. Quelle: PikiWiki – Israel free image collection project.
- Drei junge jüdische DPs schauen aus dem Fenster ihres Zuges und halten eine selbst gebastelte zionistische Fahne in der Hand, als sie von Buchenwald aus die erste Etappe ihrer Reise nach Palästina antreten. Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, 111-SC-207907 (Album 1715).
- UN Palästina Teilungsplan 1947. Quelle: Wikimedia Commons. Bild 20: Die Yiftach-Brigade übernimmt die Polizeistation von Rosh Pinna, als sich die Briten zurückziehen, während der Operation Yiftach, 1948. Quelle: Palmach-Archiv Yiftach 3. Bataillon Band 2, Album 1/4, Wikimedia Commons.
- Die Yiftach-Brigade übernimmt die Polizeistation von Rosh Pinna, als sich die Briten zurückziehen, während der Operation Yiftach, 1948. Quelle: Palmach-Archiv Yiftach 3. Bataillon Band 2 Album 1/4, Wikimedia Commons.
- David Ben Gurion liest die Unabhängigkeitserklärung vor. Quelle: Wikimedia Commons.
- 1949 Grüne Linie (grüne dünne Linie) und entmilitarisierte Zonen (grüne dicke Linie/Gebiete). Quelle: Wikimedia Commons.
- Eine jemenitische jüdische Familie auf dem Weg durch die Wüste zu einem vom „Joint“ eingerichteten Auffanglager bei Aden, 1. November 1949. Quelle: Zoltan Kluger, Wikimedia Commons.
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