In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe widmen wir uns dem Völkermord an den Armeniern – seiner historischen Einordnung, der spezifischen Rezeption in der jüdischen Diaspora sowie der Frage, wie Erinnerung weitergetragen werden kann, wenn Zeitzeug:innen zunehmend fehlen.


Film, Vortrag und Paneldiskussion 

Ort:

Bajszel ProgrammSchänke – Emser Str. 8-9, 1205

Datum:

  • Mittwoch, 24.4.2024 | 19:00 h |
  • Donnerstag, 23.5.2024 I 19:30 h I 
  • Donnerstag 31.7.2024 I 19:30 h                                

Teil I der Reihe “Der Genozid an den Armeniern” findet am Gedenktag zum Genozid an den Armeniern statt. Es wird der Film AGHET von Eric Friedler (2010) gezeigt mit anschließender Diskussion. 

Teil II ist ein Vortrag zu den Hintergründen, Ablauf und Rezeption in der jüdischen Diaspora. 

​Der Vortrag dient als Einführung in die Thematik und bietet einen umfassenden Einblick in den Genozid, beginnend mit den Hintergründen und dem Ablauf. Dabei wird insbesondere die Rolle Deutschlands, die sexuelle Gewalt gegen armenische Frauen und die Leugnungspolitik der Türkei beleuchtet. Der zweite Teil des Vortrags thematisiert die Rezeption des Genozids an den Armeniern in der jüdischen Diaspora, wobei diese sehr unterschiedlich ausfiel. Außerdem werden sowjetischen Quellen zum Genozid herangezogen und der Umgang mit der Erinnerung in der Sowjetunion analysiert. Anschließend bleibt Raum für Fragen. 

Teil III besteht aus einem Panel, ​​​​dass die spezifischen Parallelen und Unterschiede zwischen der Shoah und dem Genozid an den Armeniern beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf den unterschiedlichen Formen der damit verbundenen Erinnerungskultur liegt. Vor dem Hintergrund, dass die meisten armenischen Zeitzeugen bereits verstorben sind und die jüdische Gemeinschaft in naher Zukunft vor einer ähnlichen Herausforderung stehen wird, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit dem schwindenden Zeugnis dieser Gemeinschaften. Wie kann das kollektive Erinnern ohne ihre direkte Anwesenheit bewerkstelligt werden? Welche Rolle spielt die anerkannte oder geleugnete Täterschaft? Wie soll der Umgang mit Genozidleugnung und Shoah-Relativierung gestaltet werden? Welche aktuellen Herausforderungen haben die Communities in Deutschland in Bezug auf diese Themen? Diesen und anderen Fragen möchten wir gemeinsam auf den Grund gehen.


Über die Sprecherinnen

Marianna Piruzyan studiert Jura, sowie Politik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Greifswald. Seit Jahren engagiert sie sich intensiv in der Bildungsarbeit zum Genozid an den Armeniern. Sie war bereits ehrenamtlich als Consultant für die Armenian General Benevolent Union Germany tätig und hat kürzlich die Initiative „Armenian Agency of Germany“ neu begründet.

Maria Kireenko ist Vorstandsmitglied von Masiyot – Bildung, Aufklärung, Kritik e.V. Sie studierte Geschichte und Soziologie (BA) mit den Schwerpunkten Jüdische Geschichte und Migration, Erinnerungskultur und Politik in Osteuropa. Seit vielen Jahren ist sie in der politischen Bildungsarbeit gegen Antisemitismus aktiv. Derzeit lebt sie in Berlin, studiert Osteuropastudien (MA) und forscht zu den sowjetisch-israelischen Beziehungen.

Ebenfalls mit Prof. Dr. Kristin Platt und Maya Roismann


Dieses Projekt wurde gefördert von: