Antisemitismus und andere autoritäre Ideologien kann man auf unterschiedlichem Wege kritisieren. Durch zahlreiche Formate versuchen wir, Mythen aufzuklären, Informationen zu vermitteln, Empathie und ein kritisches Bewusstsein zu fördern.
Wer mehr über Projekte erfahren möchte, kann sich hier informieren.
Laufende Projekte
Dem Antisemitismus auf der Spur. Kiezspaziergänge in Tempelhof-Schöneberg
Um uns dem Thema Antisemitismus zu nähern, wollen wir dort mit den Menschen ins Gespräch kommen, wo Gewalt gegen Jüdinnen und Juden tagtäglich geschieht: auf der Straße. Seit 2023 bieten wir Stadtteilspaziergängei Tempelhof-Schöneberg an, bei denen wir den vielfältigen Formen des modernen Antisemitismus unmittelbar am Ort des Geschehens nachgehen.
Voices from Palestine and Israel
„Voices from Palastine and Israel“ ist eine Initiative unter der gemeinsamen Leitung von Shay Dashevsky und Hamza Howidy, die Israelis und Palästinenser zusammenbringt, die an die Kraft des Dialogs, der Empathie und der persönlichen Verbindung glauben. In einer Zeit zunehmender Spaltung schaffen unsere Veranstaltungen Raum für echte Gespräche – ehrlich, menschlich und dringend notwendig. Durch Berichte aus erster Hand, moderierte Diskussionen und die Einbeziehung des Publikums durchbrechen wir die Polarisierung und fördern eine Zukunft, die auf Verständnis statt auf Angst basiert.
Kiez und Kibbuz. Ein Spaziergang auf den Spuren des zionistischen Neukölln.
Aus Neukölln kamen Menschen, die sich in diesem Kiez eine bürgerliche Existenz geschaffen, aber auch Männer und Frauen, die kollektive sozialistische Strukturen aufgebaut hatten. Unser Spaziergang macht solche Geschichten sichtbar. Auf einer Strecke von fünf Kilometern und innerhalb von drei Stunden besuchen wir Orte, an denen sie ihren Anfang nahmen – Wohnungen, Schulen und Treffpunkte jüdischer Jugend. Dabei fragen wir: Welche Hoffnungen, Konflikte und Entscheidungen waren mit dem Zionismus in Neukölln verbunden? Welche Spuren sind heute (noch) zu sehen?
Abgeschlossene Projekte
“I am from Israel – ask me anything”
Seit den Terrorangriffen des 7. Oktobers 2023 hat antiisraelischer Antisemitismus auch hierzulande massiv zugenommen. Gerade an Hochschulen hat das aggressive Agieren gewaltbereiter Aktivisten den Eindruck entstehen lassen, es sei keine Diskussion mehr möglich.
Dieser Entwicklung stellt sich das Projekt „I am from Israel – ask me anything“ entgegen, das unser Verein seit dem Wintersemester 2024/25 unterstützt.
Menschen aus Israel stellen sich für ein offenes Gespräch zur Verfügung. Vor allem an Unis in Berlin und Umgebung werden Studierende, Lehrkräfte und Besucher dazu eingeladen, sich an Debatten zu beteiligen, Fragen zu stellen und israelische Perspektiven aus erster Hand kennenzulernen.
Mythos#Israel1948
Seit der Staatsgründung 1948 ranken sich zahlreiche Mythen um Israel, die oft ein verzerrtes Bild zeichnen und nicht selten in israelbezogenem Antisemitismus münden. Vorurteile gegen den jüdischen Staat – teils seit dem antizionistischen Umschwung nach 1968 – sind auch in Deutschland weit verbreitet und zeigen sich regelmäßig auf der Straße, etwa in Berlin. Begriffe wie Kolonialherrschaft, Apartheidstaat oder Besatzungsmacht prägen zunehmend die öffentliche Debatte, während fundiertes Wissen über die historischen Hintergründe selten ist.Das Projekt „Mythos#Israel1948“ setzte sich zum Ziel, verbreitete Narrative kritisch zu hinterfragen und Argumentationshilfen für eine informierte, differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart Israels bereitzustellen.
Sehr, sehr gute Filme
Als Reaktion auf das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 haben wir eine Filmreihe initiiert, die sich mit der Geschichte Israels, seinem Existenzrecht und der Vielfalt seiner Gesellschaft beschäftigt. Die ausgewählten Filme thematisieren die Gründung, das Fortbestehen sowie die Herausforderungen des israelischen Staates und machen deutlich, dass die Infragestellung seiner Existenz kein Phänomen der Gegenwart ist. Antijüdischer Hass und Widerstand – insbesondere aus Teilen der arabischen Welt – reichen weit vor die Staatsgründung zurück. Jede Vorführung wird durch eine thematische Einführung begleitet und bietet im Anschluss Raum für ein gemeinsames Gespräch.
Jiddischland
In literarischen, historischen und künstlerischen Veranstaltungen erinnern wir an das untergegangene Jiddischland – die vielfältige jüdische Kulturlandschaft Mittel- und Osteuropas, die durch Shoah, Krieg und politische Umbrüche fast vollständig ausgelöscht wurde. Stimmen aus Galizien, der Bukowina, Bessarabien und Rumänien erzählen vom jüdischen Leben, von Verfolgung, Überleben und kultureller Selbstbehauptung.Viele dieser Orte liegen heute in der Ukraine, unser Projekt schlägt eine Brücke in die Gegenwart: Mit jeder Veranstaltung sammeln wir Spenden für konkrete Hilfsprojekte – für Überlebende der NS-Verfolgung, für Hilfstransporte u.a. nach Drohobytsch und für Menschen an der Frontlinie.
Armenien-Reihe
Die Reihe beleuchtete den Völkermord an den Armeniern aus verschiedenen Perspektiven. Zum Auftakt am Gedenktag wurde der Dokumentarfilm AGHET (Eric Friedler, 2010) gezeigt, gefolgt von einer Diskussion. Ein darauf folgender Vortrag bot einen historischen Überblick über Ursachen, Verlauf und Nachwirkungen des Genozids – mit besonderem Augenmerk auf die Rolle Deutschlands, sexualisierte Gewalt sowie die türkische Leugnungspolitik. Zudem wurde die Rezeption in der jüdischen Diaspora thematisiert und der sowjetische Umgang mit der Erinnerung analysiert. Den Abschluss bildete ein Panel, das Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Genozid an den Armeniern und der Shoah diskutierte – insbesondere mit Blick auf Erinnerungskulturen, die Rolle von Täterschaft und Leugnung sowie die Herausforderungen des kollektiven Erinnerns angesichts des Verschwindens der Zeitzeugenschaft.
100 Jahre Institut für Sozialforschung
Vor 100 Jahren wurde das Institut für Sozialforschung gegründet – eine Einrichtung besonderen Charakters, deren geistige Ursprünge in den Erfahrungen von Erstem Weltkrieg und Novemberrevolution wurzeln, deren Vertreter trotz nationalsozialistischer Verfolgung und Exil ihre Arbeit fortsetzten. In der Emigration entstanden Werke von bleibender Bedeutung wie die Dialektik der Aufklärung. Unser Projekt nahm dieses Jubiläum zum Anlass, in mehreren Veranstaltungen die (jüdische) Herkunft, Entstehung, praktischen und theoretischen Grundlagen und internationale Rezeption der Kritischen Theorie zu beleuchten – und nicht zuletzt ihre ungebrochene Aktualität für das Verständnis gesellschaftlicher Verhältnisse heute aufzuzeigen.