Dienstag, 21. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Gespräch und Musik mit Paul Schuberth und Elysa Lapan
Paul Schuberth und Elysa Lapan sprechen bei uns über Musik im Konzentrationslager und spielen selbst ausgesuchte Stücke. Diese Facette der NS-Geschichte wurde bisher wenig beleuchtet. Viele kennen zwar das Lied „Die Moorsoldaten“, aber andere Aspekte blieben weithin unbekannt. In den Händen der SS-Mannschaften geriet Musik zum Folterinstrument, sei es in Form des Zwanges zum Singen, der Beschallung des Lagergeländes mit nationalistischen Liedern oder der musikalischen Untermalung von Exekutionen. Der Vortrag beschäftigt sich auch mit der Rolle der Musik bei der Vernichtung der Häftlinge und als Propagandamittel im Lager. Schuberth und Lapan stellen auch die Frage, ob nicht die Erinnerung an Musik im Konzentrationslager manchmal auch dazu benützt wird, die Verbrechen zu verharmlosen. Angesichts des „musikalischen Sadismus“ in den Lagern wird vielleicht manch gängige Vorstellung von Kunst und Kultur in Frage gestellt.
Moderation: Alexander Carstiuc
Ort: Bajszel ProgrammSchänke – Emser Str. 8/9, 12051 Berlin